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Tritte, Schläge, Blut

by - August 3, 2010

„Halt dich bloß fest!“ – ich nickte… sprechen wollte und konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich; Es war der Zeitpunkt als wir uns entschlossen hatten vom Tunnel zur Treppe zu gehen. Wir waren schon ein gutes Stück weiter, aber ich merkte dass es für mich immer schwerer wurde den Massen stand zu halten. Julian zog mich weiter, denn er merkte dass es oft bereits kurz davor war, dass es mich von den Beinen riss. Plötzlich ging nichtsmehr – alles stand. Die Leute schreiten, hielten sich aneinander fest, bildeten Ketten und versuchten einfach nur dem Druck stand zu halten. Dann passiert es, von oben geht eine Welle durch die ganze Masse, vermutlich haben 5-10 Leute eine kette gebildet und angefangen mächtig zu drücken. Ich versuche mich an Julian festzuhalten aber auch er wird weitergedrückt, meine Füße hängen fest sodass ich falle. Ich realisiere im ersten Moment garnichts. Ich spüre nur unfassbare Schmerzen im Bauch und Beinbereich. Es folgen weitere Tritte, einer, sofern ich mich erinnere gegen die Nase. Ich schmecke Blut im Mund. Ein Mann reicht mir seine Hand welche ich Versuche zu erreichen, doch dann wird auch er sofort niedergerissen! Er lag ca. 2 Meter neben mir. Nachdem auch der Mann fiel weiss ich nichtsmehr.

Von Julian H.:
Ich sagte ihr sie solle sich bloß ordentlich festhalten, damit ich sie notfalls einfach an mich reissen kann. Ich bin von einigermaßen kräftiger Statur – ganz anders als sie. Ich merkte dass die Menschen alle zur Treppe wollten denn der Druck alleine Trieb uns anfangs dort hin. Irgendwann stoppte alles und die Menschen blieben stehen. Hierbei lies ich Christine ein wenig ausser Acht und da passierte es. Die Welle von oben kam und ich wurde weggedrückt, ich versuchte Christine mitzuziehen aber ihre Beine hingen irgendwo fest, daraufhin verlor ich sie. Ich konnte sehen dass sie am Boden lag, doch ein zurück gab es für mich nicht, denn die Welle trug mich immer weiter. Ich wurde bis zur Treppe getragen und dann sogar dagegengedrückt. Von oben wurden mir sofort Hände entgegengestreckt die mir nach oben halfen! Der Feuerwehrmann der mir half, wollte, oder eher konnte, mir bei Christine jedoch nicht helfen. Ich bat ihn eindringlich irgendetwas zu tun, doch er sagte immoment gäbe es keine Möglichkeit. Die Polizisten und Security antworteten das selbe und liessen mich somit alleine…

von Christine Rubenbauer
und Julian H.

Fortsetzung folgt…

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From → Tagebuch

2 Kommentare
  1. Zschorn Cornelia permalink

    Hallo liebe Christine,
    es ist so furchtbar was an dem Tag passiert ist wo eigentlich die leute nur feiern wollten und spaß haben wollten. Ich gebe dem Oberbürgermiester und den Leuten die Schuld die alles abgesegnet haben.Wie kann man den nur einen Tunnel als eingang und Ausgang machen wie kann man nur die Besucherzahlen verwischen .Ich wünsche das die richtigen zur Verantwortung gezogen werden,aber das wird leider noch dauern.
    Abre von Herzen wünsche ich dir das du wieder ganz gesund wirst und die schrecklichen Ereignisse etwas verarbeiten kannst. ich drück dich ganz vorsichtig.
    LG aus Leipzig
    Conny

  2. Petra permalink

    Hallo Christine,
    oh mein Gott,dass ist ja furchtbar was ihr da mitgemacht habt,du kannst froh sein das du das überlebt hast.
    Die Angst und die Panik die du in dem Moment gehabt hast,kann sich keiner vorstellen.Auch dein Freund ,es muß ja Furchtbar gewesen sein,er war auf der Treppe,hat dich da auf dem Boden liegen gesehen und mußte mit ansehen wie Leute über u auf dich getreten haben.Oh mein Gott,schrecklich.Ich hoffe dir geht es jetzt nach dem Krankenhaus aufenthalt den Umständen entsprechen gut,hast du denn die Op gut überstanden?Ich selber war nicht da aber als wir das am Radio gehört haben,und in den Tagen danach immer nur die Nachricht von mehr Toten,es ist Furchtbar.Ich bin gelernte Krankenschwester und habe bestimmt schon Menschen leiden gesehen aber was da bei der LP abgegangen ist,kann man sich einfach nicht vorstellen aber umso wichtiger ist es das du über die Geschenisse redest,egal wann und immer wenn du das Bedürfnis hast Rede.Ich bin dir zwar Fremd aber dein Erlebnis hat mich so bewegt das ich dir gerne das Angebot machen würde.Meine email Adresse hat du ja und wenn du möchtes,kannst du mir gerne schreiben und mir erzählen was in dir vorgeht,ich würde dir so gerne Helfen.Es tut mir so unsagbar Leid.Also ,wenn du das Bedürfnis hast mal mit einem andern außenstehenden Menschen zu schreiben,ich bin gerne für dich da.Ich hoffe ich kann dir Helfen,ich kann deine Seele nicht Heilen aber ich kann dir zuhören,wenn du meinst das du deiner Familie u Freunden damit nervst.(versteh mich nicht falsch aber kenne es aus erfahrung,wenn einem etwas stark bewegt und immer wieder von dem gleichen Thema anfängt,hat man manchmal das GEfühl,die wollen es nicht mehr hören.)nicht böse gemeint.Wir außenstehende sind Hilflos,man möchte gerne Helfen aber man weiß nicht wie und da ich seid dem Unglück Täglich im Internet mich informiere,bin ich auf deinem Brief gestoßen.Wie gesagt,wenn du möchtes,melde dich meine email Adresse hast du ja.Ich wünsche dir und deinem Freund Gute Besserung .LG

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